Manchmal gewinnt man... (und manchmal verlieren die anderen)
Geschrieben von: Jan Helmchen
Am Wochenende des 12./13.November 2011 (dem dritten Spieltag der 2. Bundesliga Süd) konnte die erste Mannschaft nach über acht Monaten wieder die Badmintonarena in der Neubiberger Zwergerstraße in (den Punktspiel-) Betrieb nehmen. Wie die Überschrift andeuten soll, ist die Heimbilanz des TSV in den vergangenen Spielzeiten überragend. Das letzte Team, welches einen Sieg verbuchen konnte, war im November 2009 der damalige Aufsteiger PTSV Rosenheim, ganz knapp mit 5:3. Und so war es auch diesmal das Ziel gegen die starken Aufsteiger
SG Robur Zittau und
SV Fun-Ball Dortelweil die Punkte dahoam zu behalten.
Finne Markus Heikkinen in AktionDas Team aus
Zittau reiste voll besetzt bereits am Freitag an, obwohl in Neubiberg das nächstgelegene Heimspiel auf sie wartete (Distanz: 541 Km!). Auf Seiten der Neubiberger reiste diesmal aus Finnland
Markus Heikkinen an, der auch gleich im 1. HD an der Seite von
Jan Helmchen sein Saisondebüt feierte. Beide hatten noch nie zusammen gespielt und überraschten nicht zuletzt sich selbst mit einem glatten Zweisatzsieg gegen das eingespielte Duo
Wippich/Adam (21:19/21:16). Noch souveräner setzten sich die beiden
Julias (Hauber und Schmidt) im DD gegen
Whiting (ENG)/Bartsch mit 21:11/21:15 durch.
Schnubbel (Sebastian Strödke) und
Mike (Michael Hauber) ließen im 2. HD gegen
Molyneux (ENG)/Axmann beim 21:19/21:12-Erfolg ebenfalls nichts anbrennen. Nach dieser 3:0-Führung wurde es aber erst richtig spannend.
Julia Hauber war im DE gegen
Gemma Whiting sehr knapp an ihrem ersten Saisonsieg in dieser Disziplin dran. Es gelang ihr über die ganze Dauer des Spiels mit effektiven Angriffsschlägen die Gegnerin unter Druck zu setzen. Schade, dass sie dabei nicht den ersten Satz für sich entscheiden konnte und sich mit 19:21/22:20/15:21 geschlagen geben musste. Auch
Markus fehlte im 1. HE ein wenig Fortune, mehr aber noch die Konsequenz bzw. der Durchsetzungswille gegen
Jack Molyneux. Beim 21:19/16:21/19:21 aus Neubiberger Sicht bekamen die Zuschauer lange Ballwechsel zu sehen, in denen der scheinbar von der Anreise ermüdete Finne zu selten den Punktgewinn erzwang.
Abwehrposition unserer Links-Rechts-Kombination: Michael Hauber und Julia Schmidt im MixedEbenfalls in der Nacht zuvor angereist war
Mike von einer Studienfahrt aus Spanien, was man ihm an der Seite von
Julia Schmidt im MX gegen
Adam/Engelhardt etwas anmerkte. Nach der 21:19/12:21/19:21-Niederlage war die Partie wieder völlig offen bzw. drohte zu kippen, da
Jan im 2. HE nach vielen eigenen Fehlern gegen
Björn Wippich bereits einen Satz zurücklag. Im zweiten Satz verbesserte sich das Spiel zwar erheblich, aber am Ende hatte Zittau zwei Matchbälle zum vierten Punkt. Doch
Jan wehrte beide ab, gewann den zweiten Satz und entschied auch den dritten für sich (12:21/22:20/21:15). Über Sieg oder Punkteteilung musste das 3. HE zwischen
Schnubbel und
Tobias Axmann entscheiden. Der Neubiberger Mannschaftskapitän konnte wegen einer Erkältung die gesamte Vorwoche nicht trainieren und so wollten seine Teamkollegen ihn zum Sieg anfeuern. Es stellte sich beim eindrucksvollen 21:13/21:11-Sieg jedoch heraus, dass
Mr.100% überhaupt keine Probleme mit dem großgewachsenen Gegner hatte.
Das 5:3-Endergebnis nahmen sich an diesem Tag auch die 2. und 3. Mannschaft zum Vorbild. Am Abend trafen sich zahlreiche Spieler aller Mannschaften in der Hauber'schen Residenz, beglückwünschten sich herzlich und füllten ihre Energiespeicher mit leckeren Burritos auf. Man munkelt, dass es durch „schlüpfrige“ Geschäfte bzw. geschicktes Taktieren allen Mannschaften gelang, ihre Spielersorgen für den nächsten Morgen zu beheben :-)
Die
Aufstellung der ersten Mannschaft blieb am Sonntag gegen
Dortelweil unverändert zum Vortag. Die
Vorstellung der gegnerischen Spieler gestaltete sich hier allerdings wesentlich schwieriger, da man versuchte alle jüngsten Erfolge der Jugendnationalspieler aufzuzählen. Viele waren Mitglied des DBV-Teams, welches bei der U19-Europameisterschaft im Frühjahr in Finnland den Mannschaftstitel gewann. Die noch jüngeren (Jg. '93/'94) waren gerade erst von der Jugend-WM in Taiwan zurückgekehrt. Das bei den Erwachsenen jedoch ein anderer Wind weht, mussten die hessischen Nachwuchstalente bereits am Vortag schmerzlich bei der 3:5-Niederlage am anderen Ende Münchens gegen den TSV Neuhausen/Nymphenburg erfahren. Doch das junge Team, sowie ihr imposanter Auswärts-Fanblock schienen das Erlebnis gut verkraftet zu haben und starteten furchtlos in die Begegnung. Im 1. HD waren
Jan und
Markus gegen
Holzer/Schäfer beim 10:21 im ersten Satz chancenlos, konnten sich aber stark verbessern und stellten ihre Taktik beim 21:17 im zweiten Satz um. Beim 16:21 im Entscheidungssatz merkte man dann recht deutlich, dass
Markus tatsächlich nie Doppel in Finnland spielt oder gar trainiert. Trotzdem eine super Leistung an diesem Wochenende von ihm im Doppel. Getoppt wurde dies im DD auf dem Nachbarfeld. Sowohl die
Julias als auch die Gegnerinnen
Jansen (INA)/Dörr hatten bis zu diesem Zeitpunkt eine makellose Bilanz. Nach dem beeindruckenden 21:11 im ersten Satz ließ das Spiel an Spannung keine Wünsche offen und weckte bei den Zuschauern Lust auf mehr hochklassiges Damendoppel. Der zweite Satz ging knapp mit 18:21 an die Gäste. Im dritten Satz entwickelte sich eine (Nerven-)Schlacht, welche ihren Höhepunkt am Satzende fand. Nach zahlreichen abgewehrten Matchbällen auf beiden Seiten behielten die Julias mit 24:22 die Oberhand und fielen sich überglücklich in die Arme. Auch das 2. HD gestaltete sich spannend. Am Ende gewannen
Schnubbel und
Mike dank konzentrierter Leistung mit 23:25/21:15/21:19 gegen
Legleitner/Lang.
Im 1. HE spielte
Markus etwas leichtfertig und zu passiv gegen
Kai Schäfer, so dass er sich in zwei Sätzen mit 21:23/21:17 geschlagen geben musste. Parallel haute
Mr. 100%: Sebastian StrödkeJulia im DE gegen
Annika Dörr wie am Vortag ein tolles Spiel raus. Mit 21:19 gewann sie den ersten Satz und nach einem 16:21 im zweiten Durchgang hatte sie im dritten Satz immer noch die Kraft, ihre junge Gegnerin beim 18:21 an den Rande einer Niederlage zu bringen. Zwischenstand zu diesem Zeitpunkt 2:3, ab jetzt gab es also nur noch Entscheidungsspiele. Im anschließenden MX spielten
Mike und
Julia gegen
Holzer/Jansen, beides Toppaarungen der Liga. Das Spiel verlief dem auch angemessen und am Ende jubelten die Fans über den 21:18/19:21/21:16-Sieg zum 3:3. Nachdem
Schnubbel im 3. HE in gewohnter Manier kurzen Prozess mit Gegner
Thomas Legleitner gemacht hatte (21:13/21:12), schaute die ganze Halle auf das entscheidende 2. HE, in welchem
Jan jedoch wie am Vortag bereits den ersten Satz hoch mit 14:21 gegen
Peter Lang verloren hatte.
Nutzt seine Größe für einem perfekten Ausfallschritt: Jan Patrick HelmchenDafür verlief der zweite Satz ohne Dramatik (21:12) und auch im dritten Satz deutet alles auf einen Neubiberger Sieg hin. Nach einem langen Ballwechsel zum 17:13 wischte
Lang sein Feld und ab da kann sich der Schreiber dieses Textes nicht mehr genau an das Geschehene erinnern. Lediglich der schöne Swip zum vermeintlichen 19:19 führte überraschender Weise direkt zu zwei Matchbällen des Gegners, welche er auch unter tosendem Beifall seiner Fans zum 4:4-Endstand nutzte.
Als Fazit des Wochenendes bleibt festzuhalten, dass:
...Badminton eine unglaublich spannende Sportart ist, bei der sich innerhalb von Minuten ein Match oder gar eine ganze Partie wenden kann.
...die Festung Zwergerstraße weiterhin den Gegnern trotz wütendem Anrennens stand hält und die erste somit Tabellenführer der 2. Bundesliga Süd bleibt.
...die neue Musikanlage (mit Musik und Informationsprogramm auch in kleinen Pausen) der Hallenatmosphäre äußerst gut tut.
…die Spieler hoffen, dass sie in dieser Saison nicht noch einmal bei der Begrüßung mit einer Übermacht gegnerischer Fans konfrontiert sind.
...die einzige Ausrede nicht zu den Heimspielen zu kommen ein schwaches Herz ist, welches dem tollen Sport und der einzigartigen Spannung nicht standhält.
…auch dieses Mal das nächste
Heimspiel in der Zwergerstraße am
03.12.2011 um
14 Uhr gegen den
1.BC Bischmisheim vorangekündigt ist.
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